Montag, Mai 20, 2013
Textildesign Austausch in Schweden

deutschland_schwedenHi Ihr Lieben,
für einen Blog reicht's noch nicht, aber für eine Nachricht allemal.
Es fällt jetzt schon schwer, zu schreiben. Englisch drängelt sich ständig in den Kopf. Und zudem sind die Buchstaben auf den Tastaturen anders angeordnet oder fehlen ganz und Word unterstreicht alles rot, weil es kein Deutsch kennt SMILEYS_WINK
Also am Samstag um 14 Uhr haben wir es erst geschafft loszukommen. Haben Jörns und meine Eltern besucht und mit ein paar Tränen verabschiedet und sind um 2 Uhr Samstagnacht bei Verwandten von Jörn untergekommen. Es war ein sehr schöner, stressiger Tag und ein sehr gemütlicher Abend mit einem wunderbaren Frühstück. Am Samstag ging es also kurz nach 9 Uhr weiter, der Hamburger Schneesturm hielt einen Stau bereit, aber nach den beiden Brücken-Zollen gab es keine größeren Vorkommnisse, bis wir endlich um 21 Uhr vor dem Haus unserer Gastfamilie in Schweden standen.
In der unteren Etage haben wir zwei Zimmer plus Küche und Toilette bekommen. Den Duschraum teilen Sie mit uns als Wäscheraum. Eine komplette Wohnung also, mit extra Hintereingang für uns allein. Unsere Gasteltern sind super nett. Åse (Ose) und Fredrik, sie haben zwei Töchter. Eine 9 und die andere 11. Sie haben uns sogar ein paar Teller, Tassen, Gläser, Töpfe und eine gefüllte Früchteschüssel hingestellt. Sie sind sehr aufmerksam und wirken genauso aufgeregt, wie wir. Åse hat uns am Montag ein wenig durch die Stadt geführt, ein Exchange-Office, ein billiges Einkaufscenter für Lebensmittel und ein Kaffee, wo wir immer um 11 und 15 Uhr hingehen sollten, damit wir auch wirklich die Pausen genießen. Wir haben die vertraglichen Formalitäten mit Fredrick geklärt und uns von ihm das Kleingedruckte einer schwedischen Handykarte übersetzen lassen.
In der Uni trifft man einige Deutsche, aber wir versuchen uns lieber an Schweden oder andere Austauschstudenten zu halten, damit man das Sprechen trainiert. Naja, eigentlich ist mir diese deutsche Mädelstruppe einfach nur unsympathisch SMILEYS_WINK
Dafür haben Jörn und ich schon mit einer Gruppe Taiwanesen Freundschaft geschlossen. 1 Junge und 5 Mädels, die allesamt sehr aufgeschlossen und lustig sind. Schön, die werden uns dann mal das thailändische Essen in Borås (Boros gesprochen) näher bringen.
Die Organisation scheint hier sehr gut zu sein. Trotz des großen Ansturms von Austauschstudenten, die alle Probleme mit ihrer Kurswahl hatten und den gleichzeitig ankommenden Erstsemestrern blieben die Angestellten freundlich und gut gelaunt und fanden für jedes Problem eine schnelle und einfache Lösung. Dafür hat jeder Student Tausende von Zetteln, Karten und Passwörter, um die er sich kümmern muss.
Die Uni ist im textilen Bereich eindeutig besser ausgestattet als Schneeberg, in der Mode nimmt es sich nicht unbedingt etwas. So der erste Eindruck. Was meine genauen Kurse angeht, können sie mir noch nicht hundert prozentig Bescheid geben. Auf jeden Fall werde ich die Kurse: Experimental Knitting, Textile Development, Printing Cours und den Anfängerkurs Schwedisch belegen. Ob der Kurs für das Textilprojekt noch voll wird, werde ich erst erfahren. Der Stundenplan ist anders als unserer. Obwohl es ein vorgefertigtes Kurssystem für Austauschstudenten gab, darf man auch andere Kurse wählen, wenn es passt. Daher sind alle Kurse wie Blöcke angelegt, die sich teilweise überschneiden. Ich habe also von Januar bis März Stricken und erst ab dann Textile Development und Printing. Am Donnerstag habe ich meinen ersten Kurs.
In der Zwischenzeit muss noch einiges organisiert werden und seltsamerweise scheint hier alles viel leichter regeln zu sein. Da macht es selbst mir schon fast Spaß von einer Institution zur anderen zu laufen und ein Häkchen nach dem anderen zu machen. Hier heißt es nicht ständig: Dafür bin ich nicht zuständig. Höchsten: Oh, da kann ich dir nicht weiterhelfen, versuch es doch vielleicht mal bei dem und dem, der könnte das wissen, und der weiß es dann aber wirklichSMILEYS_WINK
So viel zu den ersten Tagen.
Habt ihr Fragen? Fragt, fragt, fragt ...
Autor: Annika

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