Schnell waren dann ein paar weiße Modepuppen aufgetrieben, die Kleider drüber gestülpt und schön artig auf ein Holzpodest aufgereiht. 15 Stück aufgeteilt in 'einmal längs' und 'einmal quer'. Das war’s. Fertig ist die Ehrung.
Das ganze wirkt besonders skurril, weil im Raum auch andere goldene Vasen in den Vitrinen ihr Dasein fristen. Als Hintergrund dient an der Wand ein riesiger, uralter abgetretener Teppich in den Farben verwaschenes Altpapier. Die Ausstellung hat die Kreativität eines Beerdigungsinstituts. Es wäre nicht aufgefallen, wenn man Moorleichen in die Kleider gesteckt hätte, wobei das wenigstens noch einen kreativen Touch gehabt hätte. Die Beleuchtung und die Aufmachung machen den Eindruck als handelte es sich um Präsentation 2500 Jahre alter Kleidungsstücke.
Man kann deshalb nur hoffen, dass die Kleider von YS Laurent baldmöglichst weiterverkauft werden, damit sich das Kunstgewerbemuseum mal kreativen Nachwuchs leisten kann. Was nutzen die Kleider in diesem tristen Umfeld, wo sie nach dem 31. August wieder 50 Jahre in den Keller kommen? Wozu braucht Berlin diese Kleider, wenn es damit nichts anzufangen weiß. Wer bisher YS Laurent bewundert hat, sollte diese Ausstellung auf jeden Fall nicht besuchen. Ein Traum würde zerbrechen. Und dabei will Berlin doch eine Modestadt sein ... Peinlich.
Zum Abschluss noch ein schöner Satz von Yves Saint Laurent: "Nichts ist schöner als ein nackter Körper. Das schönste Kleidungsstück, das eine Frau tragen kann, ist die Umarmung eines Mannes, der sie liebt. Und für die, die dieses Glück nicht finden, bin ich da!"
Kulturforum Potsdamer Platz, Kunstgewerbemuseum 5. Juni - 31. August 2008
| < Zurück | Weiter > |
|---|