Donnerstag, Juli 29, 2010
MedienPaul Newman

Paul Newman, einer der letzten grandiosen Filmstars des 20. Jahrhunderts, starb am 26.9.2008 im Alter von 83 Jahren zu Hause im Kreis seiner Familie an Lungenkrebs.

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Im Verlauf von 50 Jahren spielte er in über 65 Filmen mit und verzauberte in jedem einzelnen dieser Jahre seine Fans durch seine charmante und humorvolle Ausstrahlung sowie seine unglaublichen blauen Strahler.
Aber es war nicht nur sein Aussehen, das seinen Erfolg ausmachte. Wie nur ganz wenige seiner Zunft hatte er die Fähigkeit das gesamte schauspielerische Spektrum zu verkörpern: Emotional konnte er geradezu verglühen. Zum Beispiel als Brick in der „Katze auf dem heißen Blechdach" oder so cool wie ein Gletscher der Rocky Mountains agieren (als John Rooney in Road to Perdition).

Seinen ersten Auftritt hatte er bereits 1932 im zarten Alter von 7 Jahren als Hofnarr in der Schulaufführung von Robin Hood. Nach der Schule diente er von 1943 bis 46 in der Navy. Als er glücklich nach Ohio zurückkehrte, studierte er am Kenyon College Literatur und Schauspiel und spielte selbstverständlich in der Football Mannschaft mit. (Was für ein Traumtyp für jedes Collegegirl von Ohio).
1949 heiratete er die Schauspielerin Jacqueline Witte, mit der er zwei Töchter und den später an Drogenmissbrauch verstorbenen Sohn Scott hatte. Nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm er dessen florierendes Sportgeschäft und hatte so für sich und seine Familie eine gesicherte Existenz.

Nichtsdestotrotz entschloss er sich, mit seiner Familie nach New Haven, Connecticut zu ziehen und sich in Yale für Schauspiel einzuschreiben. In den Semesterferien reiste er kurz nach New York zum Casting für eine Rolle in der TV-Serie „The Aldrich Family", und er bekam prompt die Rolle. Also zog er weiter nach New York, studierte an Lee Strasbergs berühmter „Method Acting" Schule. Bald spielte er im Fernsehen und trat auch am Broadway auf, wo die Warner Brothers auf ihn aufmerksam wurden.

1954 drehte er seinen ersten Hollywoodfilm „The Silver Chalice"(Der silberne Kelch), der besser das silberne Desaster geheißen hätte und beinahe das frühe Ende seiner Karriere bedeutet hätte. Als jedoch am 30. September 1955 James Dean in seinem Porsche Spyder aus dieser Welt fuhr, wurde kurzfristig die Hauptrolle in dem Film „Somebody Up There Likes Me"(Die Hölle ist in mir) frei, und Paul Newman war zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Der Film war ein Erfolg, gewann einen Oscar und Newman´s Karriere startete durch.

Privat kam es so, wie es wohl kommen musste: Seine Frau war mit den Kindern in New York geblieben, und 1957 kam es zur Scheidung. Im selben Jahr lernte er seine große Liebe, die Schauspielerin Joanne Woodward (*1930) kennen, die er 1958 heiratete (links) . Mit ihr hatte er zwei Töchter und 50 glückliche Jahre.



Der zweite Glücksfall des Jahres war der Film „Cat On A Hot Tin Roof"(Die Katze auf dem heißen Blechdach / links), in dem er zusammen mit der brillianten Liz Taylor einfach großartig spielte und nicht nur die Oscar Nominierung, sondern den Oscar verdient gehabt hätte. Der ganze Film ging übrigens leer aus, während der Musical-Film „Gigi" mit Audrey Hepburn in diesem Jahr 7 Oscars bekam! Soviel zum Oscar.

Bis 1983 wurde Paul Newman sechs Mal für den Oscar nominiert, und darunter waren nicht einmal seine Rollen im erfolgreichsten Western aller Zeiten „Butch Cassidy and Sundance Kid", oder in „Hombre" oder in „Der Clou".

1986 bekam er dann endlich den Ehrenoscar „für seine unvergesslichen Filmdarstellungen" und tatsächlich im darauf folgenden Jahr den Hauptdarsteller-Oscar für seine Rolle in „The Color Of Money"(Die Farbe des Geldes) Newman war zur Verleihung nicht da, denn er war sicher, dass wie immer ein Anderer gewinnen würde.

Zu dieser Zeit waren ihm Auszeichnungen noch unwichtiger als früher geworden. Er war allerdings stolz auf die Auszeichnung in ‚Richard Nixons Feindesliste‘ geführt zu werden, denn er lebte neben dem Filmgeschäft noch ganz andere Leidenschaften aus: Seit 1969 war er Rennsportfan und fuhr auch selber Rennen (1979 Zweiter in Le Mans). 1983 gründete er mit Carl Haas das Newman/Haas Racing Team in den Champcars, der Formel 1 der USA. Mit acht Meistertiteln wurde dieses Team das Erfolgreichste von allen.

Ebenso erfolgreich hatte er 1982 den Grundstein für sein Salatdressing- und Popcornimperium „Newman´s Own" gelegt, dessen Einkünfte er ausschließlich für soziale Zwecke zur Verfügung stellte. So flossen seitdem in die von ihm gegründete „Scott Newman Stiftung" zur Drogenprävention und in die 1988 von ihm gegründete „Hole in the Wall" Stiftung für schwerkranke Kinder über 250 Millionen Dollar.


Paul Newman war ein Mann mit Erfolg, Herz und Leidenschaft.

Seinen Erfolg verdankte er seinem unendlichen Schauspieltalent, seine Leidenschaft galt dem Racing, sein Herz hing an seiner Familie und dem Ziel, diese Welt etwas besser zu machen.

Das ist ihm gelungen.

(m.Gerlach)

Kommentare  

 
0#Paul NewmanBraun2008-09-30 20:32
Danke Micha für diesen Artikel! Holt er doch ein versunkenes, geheimes Vorbild meiner Jungenzeit zurück.
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