Freitag, März 12, 2010
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Freche Mädchen

freche_maedchen

Genre: Komödie / kein Kinderfilm
Kinostart: 17.07.2008
Besucher: 795.111 in 6 Wochen

Der Film 'Freche Mädchen' ist für Seniorenheime und baptistische Klubs sehr geeignet. Für freche Mädchen und Jungen dagegen ist dieser Film eine Strafe.

Die Schauspielerinnen können nichts dafür, denn soweit man erkennen konnte, sehen sie geistig gesund aus. Man hätte die Dialoge besser von ihnen selber schreiben lassen. Wer finanziert und schreibt so einen Schwulst eigentlich?
Zur Geschichte: Drei Freundinnen Mila, Hanna und Kati (gespielt von Emilia Schuele, Selina Shirin-Müller und Henriette Nagel) laufen hin und her und versuchen sich an Jungs. Mila verliebt sich in den Referendar, der aber mit ihrer Mutter ins Bett springt. Dies hätte ja noch interessant sein können und genug Stoff abgegeben. Nur der Referendar bemerkt nichts von der Liebe. Er hält ihren Liebesbrief für einen literarischen Versuch von Mila und die Geschichte löst sich in Luft auf. Bitte, was soll so eine Null-Geschichte?
Dann hätte man sich vielleicht noch auf ein paar freche Sprüche von frechen Mädchen gefreut. Außer, dass dem einen oder anderen Jungen die gelangweilte Schulter gezeigt wird, ist aber nichts Freches zu erkennen.
Kurzum: Der Film handelt davon, wie sich Rentner die heutige Jugend vorstellen. Vermischt wird die Seniorenfantasie mit dem Aufklärungsniveau aus den 60er Jahren und gewürzt wird die Nullstory noch mit peinlichen Lehreranekdoten. Wobei die hier vorgestellten Lehrer heute keine 2 Wochen ihren Dienst überleben würden. So etwas hätte man schon in den 80er Jahren mit Apfelsinenschalen beworfen oder wäre als Schüler einfach rausgegangen.
Außerdem etwas überholt ist auch, daß die Jungs alle als Deppen dargestellt werden. Man darf übrigens auch als ewig gestrige Emanze den Therapeuten wechseln und muß nicht jahrzehntelang die Jungs als dumm darstellen.
Der Film ist von der heutigen Jugend sehr weit weg. Besonders ärgerlich ist, dass sich die Jugendprobleme auch noch alle in Luft auflösen. Wem nutzt so eine unwirkliche Darstellung. Was soll das vermitteln? Jugend wird doch im Alter nicht zu etwas ‚nie Dagewesenes‘ oder im Nachhinein zu etwas Lächerlichem.
Kann es denn für die deutsche Filmindustrie so schwer sein, einen romantischen und wirklichkeitsnahen Jugendfilm zu drehen? Wahrscheinlich steckt dahinter wieder so eine staatliche Film- und Kulturförderung zur Stärkung der Kuschelkissen und Schnarch-Sessel.
5 Punkte für die unschuldigen Schauspieler. 4 für das nette Poster. Ansonsten bitte das Geld im Portemonnaie lassen. (G.Braun)
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