
Gezeigt wird, wie sie in der engen Welt des kirchlichen Chauvinismus trotz Widerstände ihre natürlichen Lebensempfindungen in ihren Glauben einbauen will, darüber schreibt und so für uns ihre Sicht auf die Vorstellung von Natur wach gehalten hat. Für uns? Ja, denn sie war eine Visionärin.
Wir sehen schon äußerlich, dass die katholische Nonnenkleidung sehr viel Ähnlichkeit mit der islamischen Kleidung für Frauen hat. Die Burka. Wir wissen nicht alle, dass noch vor dem Einmarsch der Amerikaner in Afghanistan die islamischen Frauen, wenn sie z. B. fremd gegangen sind, bis zum Tode mit Steinen beworfen wurden. Es war Alltag. Und zwar noch vor .. 10 Jahren? In so einem ähnlich schrecklichen Zeitgeist hat auch Hildegard gelebt. In einer Zeit in der sich viele zu Tode schämten und selber auspeitschten.
Hildegard von Bingen lebte ca. 600 Jahre vor Martin Luther und sollte als erste Reformatorin genannt werden. Sie leistete Unglaubliches in einer Welt, die das weibliche Empfinden verachtet. Ihre Leistung war, dass sie ihre ganz persönliche Vorstellung durchhielt und sich selbst vertraute. Sie ist überzeugt, dass ihre Natur, so wie sie sich zeigt – und dazu gehört alles, was eine Frau auch heute empfindet- Gott gewollt sein muss.
In einer auf den Kopf gestellten Welt entwickelt Hildegard Gedanken wie diese: Erst muss die Seele heil werden, dann kann der Körper folgen. Der Mensch muss eins sein mit ‚seiner Natur‘.
Nein, das stimmt nicht … sie hat geschrieben mit ‚der Natur‘. Ich habe das jetzt verändert, weil ich davon ausgehe, dass du lieber Leser/in mit dem Begriff Natur nichts anfangen kannst. Und genau hier ist das Interessante an Hildegard von Bingen. Denn im Gegensatz zu uns steht sie noch ‚in‘ der Natur, während wir eher ‚drauf‘ schauen. Deshalb sind ihre Texte soviel wert. Weil sie noch wie eine Eingeborene ist. Eine zwangsweise christianisierte Eingeborene. So eine Art Buschmensch in Nonnentracht. Und jetzt verstehen wir auch, was sie mit uns zu tun hat. Denn sie zeigt uns das Wesen, welches wir trotz Internet, Beruf, Schule, Leistungserwartungen, (was wir) ‚eigentlich‘ sind, nur nie dazu kommen.
In diesem Film wird ihr Leben beschrieben als begabtes Mädchen, wie sie von ihren Eltern in ein Kloster gesteckt wurde und dort Förderung bekam.
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Durch ihre menschliche Frohnatur wurde sie von den klösterlichen Schwestern zur Leiterin des Klosters ernannt. So führt sie ihre natürliche Lebensform vom menschlichen Zusammensein in ihr Kloster ein.
Doch ihre Umwelt, die Gelehrten haben eine lebensverneinende Moral, in der alles aus Sünde und Schuld besteht. Sie erfährt Überheblichkeit, Ablehnung und später Neid. Aber durch ihre innere Natur überzeugt sie männliche Mitstreiter, um dann über Umwege in ein eigenes Kloster zu ziehen.
Auch sie muss erleben, was Verlust geliebter Menschen ist und Verzweiflung.
Im Alter von 60 Jahren erkrankt sie. Ihr Weitblick befiehlt ihr durchzuhalten, um uns eines der schönsten Bücher zu schreiben, die wir bis heute überliefert bekommen konnten. Hildegard von Bingen: Heilkräfte der Natur.
Hildegard hat übrigens bereits vor über 830 Jahren gelebt.
martinw
(aufgrund des Themas 5 Punkte)
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Darsteller: | Regie und Drehbuch: | Originalfilmseite: |
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