Sieben Leben
- Im tiefen Tal der Tränen -

| Genre: Drama
Titel: Sieben Leben (Seven Pounds) Kinostart: 08.01.2009
Schauspieler: Ben: Will Smith, Schöne Emily: Rosario Dawson, Blinder Pianist: Woody Harrelson
weitere: Michael Ealy, Barry Pepper, Elpidia Carrillo, Robinne Lee, Joe Nunez, Bill Smitrovich, Tim Kelleher, Gina Hecht, Andy Milder, Judyann Elder, Sarah Jane Morris, Madison Pettis
Kamera: Phillippe Le Sourd
Musik: Angelo Milli
Regie: Gabriele Muccino Drehbuch: Grant Nieporte
Produktion: Jason Blumenthal, Todd Black, Steve Tisch, Will Smith, James Lassiter
Schnitt: Hughes Winborne |
Ben Thomas (Will Smith) verfolgt einen geheimnisvollen Plan. Dieser Plan beginnt mit der Ankündigung seines Selbstmordes und das scheint ihm völlig klar zu sein.
Für den Zuschauer entwickelt sich ein Puzzle aus völlig verschiedenen Teilen, deren Verbindung sehr lange auf sich warten lässt. Zu diesem Puzzle gehört, das er einen blinden Callcenteragenten (
Woody Harrelson) am Telefon grundlos angreift und beleidigt, oder sich als Finanzbeamter ausgibt, um viele verschiedene Menschen kennenzulernen. Da ist der Leiter eines Seniorenheimes, mit dem er Streit bekommt, da ist die geschlagene Ehefrau, der er später sein Haus schenkt. Dannein Sozialarbeiter, der mit Kindern Eishockey spielt, und die Hochzeitskartendruckerin Emily (
Rosario Dawson) mit dem angeborenen Herzfehler, in die er sich langsam verliebt, wogegen er sich ebenso heftig wie vergeblich sträubt.

Das alles klingt nicht nur verwirrend, das ist es auch, und die Auflösung des Rätsels lässt sehr lange auf sich warten. Bis dahin lebt der Film von der beeindruckenden Performance von Will Smith, der ungeheuer überzeugend einen ebenso

entschlossenen wie verzweifelten Mann spielt. Er wird zu seinem geheimnisvollen Leben von mysteriösen Motivengetrieben.
Auch die restlichen Mitwirkenden spielen hervorragend, allen voran die bleiche Schöne, Rosario Dawson, und Woody Harrelson als blinder Pianist, für mich seit Jahrzehnten einer der besten Akteure Hollywoods.Den Bildern des
Kameramanns Phillipe Le Sourd merkt man die Perfektion des Werbefilmers an, und auch der
Soundtrack von Angelo Milli passt wunderbar dazu.
Und so haben wir, wie bei eigentlich jedem Will Smith Film in der letzten Zeit, einen Film voller perfekter, virtuoser Zutaten, der leider trotzdem gewaltig hakt, und das liegt, wie immer, am Drehbuch.

Es ist ein alter, bewährter Trick um Spannung zu erzeugen, den Zuschauer eine Weile über die Motive und Ziele der Hauptperson im Unklaren zu lassen, aber man soll´s halt nicht übertreiben. Am Anfang ist es spannend, dann noch interessant, schließlich verwirrend, und nach einer Stunde einfach ärgerlich.

Als sich dann endlich der Schleier hebt, lässt man uns mit teilweise rührenden, teilweise drastischen Szenen den Sinn des Ganzen begreifen. Dann bleibt aber wirklich kein Auge mehr trocken. (Da kommt kein Rosamunde Pilcher Streifen mehr mit.)
Ein Film für Freundinnen oder Paare, die mal wieder so richtig schön zusammen schluchzen wollen. Nicht geeignet für Leute mit Depressionen, denen keine starken Medikamente zur Verfügung stehen.