Skurril, bizarr, französisch
Originaltitel: Mammuth Frankreich 2010 FSK: ab 12/ 92 min Genre: Drama, Komödie
Darsteller: Gerard Depardieu als Serge „Mammuth" Pilardosse Yolande Moreau als seine Frau Catherine Isabelle Adjani als Yasmine, Miss Ming als seine Nichte Miss Ming Abert Delpi als sein Cousin
Regie: Gustave Kervern, Benoît Delépine Produzenten: Jean- Pierre Guerin, Christophe Valette Drehbuch: Gustave Kervern, Benoît Delépine Kamera:Hugues Poulain Schnitt: Stéphan Elmadjian Musik: Gaëtan Roussel Produktionsdesign: Paul Chapelle Filmverleih: © Bilder X-Verleih |
Serge war Schlachter. Schweine zerlegen, das kann er. Jetzt ist er Rentner. Zuhause rumhängen, das kann er nicht.
Wie ein Elefant im Zoo trottet er von Wand zu Wand und geht seiner Frau auf die Nerven. Da trifft es sich doch ganz gut, dass ihm etliche Unterlagen für seine Rente fehlen. Die muss er nämlich bei seinen früheren Arbeitgebern besorgen, die übers Land verteilt sind. Also mottet er sein altes Motorrad aus. Eine Münch TTS aus dem Jahre 1973, auch Mammut genannt. Damals das schwerste, stärkste und schnellste Motorrad der Welt, heute nur noch schwer. Passt haargenau zu Serge. Der war allerdings noch nie der Schnellste, auch nicht im Kopf. So muss er nun auf der Reise durch seine Vergangenheit feststellen, dass er nie für voll genommen und meist nur ausgenutzt wurde.
Doch zum Glück lernt er seine Nichte „Miss Ming" kennen, die inzwischen vom kleinen Mädchen zur echten Künstlerin geworden ist.
Sie öffnet ihm die Augen für ihre schöne, schräge Welt. Serge vertauscht das riesige Motorrad mit einem kleinen Mofa, seine Lederjacke mit einem Kaftan, und kehrt als ein neuer, lebenslustiger Mann zu seiner geliebten Frau zurück.
Dem Zuschauer geht's mit diesem Film wie Serge mit der Welt: Man versteht einiges nicht so ganz, manches erst später, manches nie. Trotzdem kommt man irgendwie zurecht, und man hat eine Menge Spaß.
Die Hauptrolle ist Gerard Depardieu auf den gewaltigen Leib geschrieben, auch alle anderen Rollen sind nichts weniger als perfekt besetzt, nicht zuletzt die wundervolle Isabelle Adjani als die tote Exfreundin.
Ja, in diesem Film spielt eine Tote mit, ein Schwimmbad schwimmt im Meer, Männer weinen zusammen und Frauen pinkeln in Minigolflöcher. Das alles ist ein kleines bisschen verwirrend, aber vor allem sehr unterhaltsam und oft mitreißend, echtes französisches Kino eben.
Ein Film für alle mit Sinn für schrägen Humor und schöne Geschichten, bestens geeignet für Paare.
4 Sterne
Autor:
MichaG
Die kenne ich doch...
Diese Künstler : waren an diesen Filmen beteiligt:
Gerard Depardieu: 180 Filme bis heute „Die Ausgebufften, Die letzte Metro, Abendanzug, Cyrano de Bergerac"
Yolande Moreau: Micmacs, Séraphine, Fabelhafte Welt der Amélie
Isabelle Adjani: Die Ohrfeige, Mörderischer Sommer, Camille Claudel, Die Bartholomäusnacht.
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