
Paul Blart wäre für sein Leben gerne ein richtiger Polizist, aber es reicht leider nur zum Hilfssheriff im gigantischen Einkaufszentrum von West Orange.
Diesen Job macht er seit 10 Jahren fast perfekt, sogar mit einem kleinen Blaulicht an seinem Segway-Rollerchen. Nur von den ganz schweren Fällen ist er ein bisschen überfordert, wie von dem alten Mann, der mit seinem Elektrorollstuhl das Speedlimit durchbricht, oder den zwei Frauen, die sich um dasselbe Kleid streiten.
Auch in der Liebe ist Paul nicht gerade vom Erfolg verwöhnt, seine Ex-Frau hat ihn nur wegen der Aufenthalts-genehmigung geheiratet und längst verlassen, und bei der Internet-Partnerschaftsvermittlung ist er wahrscheinlich der einzige Mann Nordamerikas, zu dessen Profil keine einzige Frau passt.

Zum Glück hat er wenigstens ein kleines Goldstück als Tochter und wohnt bei seiner Mutter (das macht's auch nicht gerade besser), die ihn gerne mal mit einem Extra-Nachtisch tröstet, was man seinen Hüften unschwer ansieht. Kurz gesagt: Neben ihm wirkt selbst Donald Duck wie ein Siegertyp.
Eines Tages taucht die neue Verkäuferin Amy im Zentrum auf, das amerikanische Traumgirl mit blonden Löckchen und riesigen Bambi-Augen, und Paul ist sofort verliebt über beide Ohren.
Tatsächlich schafft er es auch mit ihr und den Kollegen auf eine After-Work-Party zu gehen und macht dort auch einen bleibenden Eindruck auf alle, indem er sich unsterblich blamiert.

So hat er am nächsten Tag nicht nur einen riesigen Kater, sondern auch den Katzenjammer des Jahres. Da überfallen ein paar Möchtegern- Oceans das Zentrum, schmeißen alle Besucher bis auf ein paar Geiseln raus und wollen ungestört die Kassen leeren, wobei sie mit einer Beute von 30 Millionen rechnen.
Nicht gerechnet haben sie mit Paul Blart, der genau so zufällig wie seinerzeit John McClane in „Stirb langsam" als einziger Agent des Guten frei im Einkaufszentrum zurückgeblieben ist.
Endlich kann er zeigen, dass er nicht nur erfolglos gegen das Übergewicht, sondern auch erfolgreich gegen das Böse kämpfen kann und schaltet wie Bruce Willis in seinen besten Tagen einen Schurken nach dem anderen aus.
Es entwickelt sich ein leidlich spannender Action Krimi mit ein paar netten Gags anstelle des großen Blutvergießens, und das macht diesen Film genau so sympathisch wie seinen Hauptdarsteller. Wer Kevin James nicht mag, der mag auch keine jungen Hunde oder Charlie Brown.

Wie kein Zweiter verkörpert James schon seit der urkomischen Serie „King of Queens" den übergewichtigen Loser, dem das Leben pausenlos Knüppel zwischen die dicken Beinchen wirft, und der doch nie den Mut und den Humor verliert.
Mit dieser liebenswerten Ausstrahlung verbindet James ein außergewöhnliches Bewegungstalent, das immer wieder in perfekten Slapstick-Einlagen hervorblitzt und ihn dazu befähigt, nahezu alle Stunts selber zu drehen.
Die große Schwäche des Films ist es, dass die Produzenten es nicht verstanden haben, Kevin James auch nur einen Kollegen zur Seite zu stellen, der ihm ebenbürtig ist (abgesehen von Zelge Avradopoulos, der Kundin, die ihn verprügelt), was „King of Queens" mit der göttlichen Leah Remini und dem herrlichen Jerry Stiller weit über den Durchschnitt der amerikanischen Sitcoms erhob.
So ist „Der Kaufhauscop" eben nur eine durchschnittliche Komödie geworden, mit einigen netten Gags, einigen netten Stirb-langsam Referenzen und einem unheimlich netten Hauptdarsteller, der aber immerhin nie langweilt.
Geeignet für die ganze Familie und jeden der unbeschwert ablachen will, nichts für Hardcore-Actionfans.