Freitag, März 12, 2010
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Kino Top 10Evet, ich will
Romyo und Jülia mal drei
Genre:
Komödie,Romance
Start: 01.10.2009
Deutschland 2008
FSK: ab 0 / 94 Min.

Darsteller:

Oliver Korittke als Dirk
Lale Yavas als Özlem

Heinrich Schafmeister als Lüder
Ingeborg Westphal als Helga

Tim Seyfi als Coskun
Idil Üner als Günay

Eralp Uzun als Emrah
Mickey Hardt als Tim

Mürtüz Yolcu als Salih
Hülya Duyar als Sülbiye

Drehbuch: Sinan Akkus
Regie: Sinan Akkus

Musik: Ali N. Askin
Kamera: Peter Nix

Schnitt:
Renata Salazar-Ivancan

Produzenten: Claudius Lohmann, Nikolaus Lohmann,Gudrun Ruzickova-Steiner

offizielle Webseite: hier

Verleih: maxximumfilm

evetWer dachte, das junge Brautpaar in „Maria ihm schmeckts nicht“ hätte echte Probleme, der sieht in „Evet, ich will!“ drei Paare mit wirklichen Schwierigkeiten:

Die Eltern von Dirk sind grundsätzlich gegen die Ehe, und die Eltern seiner Angebeteten Özlem verlangen von ihrem deutschen Verehrer erstmal den Übertritt zum Islam inclusive Beschneidung.

Radiomoderator Coskun und seine Kollegin Günay sind zwar beide Moslems, aber eine Türkin und ein Kurde dürfen nach dem Willen ihrer Eltern schon mal überhaupt nie heiraten.

Die Automechaniker Emrah und Tim würden sich auch gerne das Ja-Wort geben, aber wie eine türkische Familie über einen schwulen Schwiegersohn denkt, hat sich seit dem Mittelalter nicht grundsätzlich verändert.

Und zu guter Letzt ist da noch der arme Salih, der in Deutschland von seinem Onkel verheiratet werden soll, aber seine Liebe eigentlich schon in der Türkei gefunden hat.

Das Ganze klingt erstmal nach Gute Zeiten schlechte Zeiten auf deutsch/türkisch, und gewisse Ähnlichkeiten lassen sich nicht von der Hand weisen, aber es gibt dann doch ein paar entscheidende Unterschiede:

  • es gibt eine Menge netter Gags,
  • die Schauspieler sind tatsächlich welche (Korittke und Schafmeister sind einfach immer genial, Hülya Duyar ist eine echte Entdeckung),
  • die Story ist nicht schwachsinnig..

Regisseur und Autor Sinan Akkus hat eine Komödie fabriziert, die erfrischend politisch unkorrekt und dadurch fast realistisch ist.

evet

Mag so manche Kritikerin wegen einiger Klischees aufheulen, der Neuköllner weiß, dass die Wirklichkeit diese Klischees noch weit überholt.

Interessant finde ich übrigens, dass genau wie in „Maria, ihm schmeckt´s nicht“ zu diesen Klischees auch das typische deutsche Intellektuellenpaar um die 50 gehört: ER hat weniger als nichts zu sagen, und Sie ist vor übertriebener Ausländerfreundlichkeit schon total peinlich. Sollte da was Wahres dran sein?



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Nun, wenn Mann nicht in einer solchen Beziehung steckt, so kann man entspannt darüber lachen, und das ist ja schließlich die Intention des Films, der auf diese Art sicher mehr zur Integration beiträgt als der Bauchtanzkurs der überspannten Zehlendorferin. (Zehlendorf ist ein 'die Welt ist noch in Ordnung'-Bezirk in Berlin).

Ein Film für Hirn und Zwerchfell, keine Minute langweilig und, da zum Schluss auch die Romantik nicht zu kurz kommt, bestens für Paare geeignet.

MichaG

4 Sterne

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