Mittwoch, März 10, 2010
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Kino Top 10Der Vorleser

Der Vorleser

Genre: Drama, Literaturverfilmung
Titel: Der Vorleser /The Reader

Deutschland 26.02.2009
USA 2008
122 Min

Schauspieler:

Kate Winslet

(erhielt hier für den Oscar) als Hanna Schmitz /Oscarrede auf Deutsch
Ralph Fiennes
als erwachsener Michael Berg
David Kross als junger Michael Berg
Lena Olin
als Rose Matherod. Ilana Mather
Bruno Ganz als Professor Rohl

Jeanette Hain
als Brigitte
Susanne Lothar als Carla Berg

Matthias Habich
als Peter Berg

Jürgen Tarrach, Hannah Herzsprung, Burghart Klaußner,
Alexandra Maria Lara u.a.

Originalbuch: Bernhard Schlink
Musik: Nico Muhly

Regie: Stephen Daldry
Drehbuch: David Hare
Kamera: Chris Menges Roger Deakins Produzent: Scott Rudin, Anthony Minghella,
Sydney Pollack
Verleih:
Senator Film

Webseite

-Entscheidend ist nicht, was wir fühlen, sondern was wir tun-
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Im Sommer 1958 haben der Schüler Michael und die Straßenbahnschaffnerin Hanna eine heftige Liebesaffäre. Er ist 15, sie 36. Das ist zwar verboten, aber es kommt vor. Kann das wirklich Liebe sein zwischen diesen ungleichen Partnern?

Michael bringt Hanna die starken Gefühle des verliebten Teenagers entgegen. Aber was bedeutet er Hanna?
Er ist für sie ein unermüdlicher, täglicher Liebhaber. Ein stets verfügbarer gehorsamer junger Freund und ein ebenso begeisterter wie geduldiger Vorleser zahlreicher Bücher. So verbringt Michael die sommerlichen Nachmittage zur Hälfte mit seinen Schulkameraden im Freibad und zur anderen Hälfte mit Hanna im Bett, lesend und liebend. Und in den Ferien kann er sogar eine Fahrradtour mit ihr organisieren, mit Übernachtung im gemeinsamen Zimmer als „Mutter und Sohn".dervorleser_kate_winslet_david_kross_01dervorleser_kate_winslet_01
Eine wunderschöne Romanze, die jäh endet, als Hanna von einem Tag zum anderen die Stadt verlässt, ohne Michael vorher ein Wort zu sagen.

Wer sich noch an seine Teenager-Lieben und -Leiden erinnern kann, der erahnt, dass ihn dieses Ende ohne Erklärung, dieses plötzliche Entschwinden seiner Liebe ins Nichts ohne jegliche Vorwarnung trifft, wie ein 20-Tonner ein fröhliches Reh.
Von diesem ersten Schlag wird sich seine Gefühlswelt nie erholen, er ist während der restlichen Schulzeit und seines Studiums unfähig eine echte Beziehung aufzubauen.

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Der zweite Schlag
trifft ihn 8 Jahre später. Beim Besuch einer Gerichtsverhandlung im Rahmen des Studiums sieht er Hannah wieder. Sie ist eine von sechs Frauen, die schwerster Verbrechen angeklagt sind. Und ihm wird plötzlich unerwartet klar: Seine erste große Liebe war eine Verbrecherin. Entsetzt und gefesselt verfolgt er jeden Tag des Prozesses, in dessen Verlauf sich Hanna durch ihr gradliniges, aber ungeschicktes Auftreten in eine immer ausweglosere Lage bringt. Kurz vor Ende der Verhandlung entdeckt Michael ihr Geheimnis. Hanna hat es über ihr ganzes Leben sorgfältig gehütet, und hätte aber damit den Schlüssel zu ihren Taten und zu einer ansehnlichen Verringerung ihrer Strafe in der Hand.
dervorleser_ralph_fiennesNun steht er vor der essenziellen Frage: Dürfen wir die Würde eines Anderen verletzen, um Gutes für ihn zu bewirken, auch wenn er das nicht will?

Michael schweigt. Und während ihre Mitangeklagten mit 4 Jahren Gefängnis bestraft werden, bekommt Hanna lebenslänglich. Einige Jahre vergehen. Michael ist erwachsen -jetzt gespielt von Ralp Fiennes (sprich Feins)- und Hanna, oder vielleicht auch sein schlechtes Gewissen, geht ihm nicht aus dem Kopf. Und so liest er ihr wieder vor, indem er die Bücher von damals auf Kassetten spricht und ihr diese ins Gefängnis schickt. So ist er wieder ihr treuer Vorleser. Bis zu Hannas Begnadigung nach 22 Jahren, die das dramatische Ende ihrer Beziehung bedeutet.

Kommen wir zur Gretchenfrage der Literaturverfilmung: Ist der Film so gut wie das Buch? Nein, er ist besser! Regisseur Stephen Daldry hat einen fabelhaften Film geschaffen, der sich sehr eng an die Vorlage von Bernhard Schlink hält. Diese Vorlage aber bei Weitem übertrifft mit seinen wunderbaren Bildern und den exzellenten Schauspielern Kross und Fiennes und vor allem der unglaublichen Kate Winslet. Sie verkörpert perfekt eine Hanna, die ebenso fröhlich und ausgelassen wie auch unnahbar und versteinert wie eine Statue sein kann. Dabei belässt sie immer einen undurchsichtigen Kern, den sie auf keinen Fall preisgeben will.
Leider lässt der Film zum Ende hin etwas nach. Wenn Michael und Hanna nicht im selben Raum sind, fehlt die ausschlaggebende Spannung. Ganz daneben ist die Schlussszene, die den Film wohl hollywoodtauglich machen sollte. Dennoch großes Kino, ein Film voller dramatischer Wendungen, über den man lange kontrovers diskutieren kann.
Bestens geeignet für verliebte Paare und Jura-Studenten.
5 Sterne

(M.Gerlach)


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Kommentare  

 
0#Gast2009-07-01 09:09
gut gem,acht.
grüße von fett
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