Originaltitel: Black Swan: Genre: Drama USA 2010 FSK ab 16 , 108 Min
Darsteller: Natalie Portman als Nina Mila Kunis als Lily Konkurrentin Vincent Cassel als Ballett-Regisseur Barbara Hershey als Mutter mehr Info s. unten. Die Ballerina Nina, muss ein Teil ihres Ichs aufgeben, damit sie eine fremde Charakterrolle spielen kann. Der dunkle Teil ihrer Tanzfigur beginnt sie schließlich zu verändern. Natalie Portman, als die bestens denkbare Besetzung, spielt diese Ballerina. Sie soll sich für die dunkle Seite (den schwarzen Schwan) fallen lassen. Und bei dem zusätzlichen inneren Erfolgsdruck, verliert sie den Verstand.
Der schwarze Schwan verkörpert in der Oper von Tschaikowski die bewusst verführende rationale Frau. Je mehr Nina (Natalie) sich in die Rolle hineinspielt, entwickelt sich dieser Charakter in ihr selber. Er behindert ihr liebesfähiges zartes Wesen, dass sie von Natur aus in sich trägt. Der kalte Charakter übernimmt die Führung in ihr.
Gleichzeitig bekämpft ihr guter Anteil das aufwachsende Böse und sie bekommt hasserfüllte Wahnvorstellungen bis sie sich durch Scherben eines Spiegels selbst verletzt. So ist sie für die Rolle perfekt: Das Gute und Böse ist in sich selbst vereint.
Der Film behandelt märchenhaft, wie sich Menschen verlieren können, wenn sie ihre Leistungsgrenzen überschreiten und unbekannte Charakterzüge in Ihnen die Führung übernehmen, die nicht mehr beherrschbar sind. Sie erreichen ihr Ziel, aber haben sich dabei verloren oder erweitert. Hier endet der Film.
Wahn oder Vision?In der Wirklichkeit gibt viele Schauspieler, die sich für immer verlieren, jede Rolle perfekt spielen aber nicht mehr wissen, wer sie wirklich sind. Sie verwechseln Vision und Wirklichkeit.
Der Filmschnitt fängt die Gefühlslagen und die Rauschzustände hervorragend ein. Es gibt einen ständigen Spannungsaufbau, bis man zum Schluss das Ende nicht mehr miterleben möchte, weil sich schreckliches anbahnt.
Weniger gut an dem Film ist, dass die Geschichte des Ballettstückes zu wenig erzählt wird. Ohne die Geschichte zu kennen, glaubt man der Film sei nur ein Psychothriller. Der weiße Schwan verwandelt sich aber nicht in den schwarzen Schwan. Woher kommt dann die Doppelrolle? Die Story: Hand der Mutter ...Ein Prinz soll eine Braut wählen und trifft auf einen weißen Schwan, der eine - durch einen Zauberer - verwandelte Prinzessin ist. Sie würde erlöst werden, wenn jemand ihr die ewige Liebe erklärt. Der Prinz ist bereit und es soll eine Hochzeit geben. Aber der Zauberer will die Befreiung des weißen Schwanes verhindern, indem er dem Prinzen eine falsche gleich aussehende Prinzessin unterschieben möchte: die schwarze Schwänin. Sie soll den Prinz in gleich aussehender Menschengestalt verführen, damit er die falsche wählt, dass er von der eigentlichen Prinzessin ablässt und der Zauber nicht gebrochen wird. Wichtig: Es handelt sich um zwei Personen und nicht um eine Verwandlung.
Letztlich bleibt der Ausgang offen und alle Operngäste sind seit 1870 verwirrt darüber. Jedenfalls erklärt sich so die Doppelrolle der Ballerina, die im Grunde nichts mit der Geschichte im Sinne einer Verwandlung zu tun hat. In der Geschichte gibt es zwei verschiedene Frauen und sie bleiben es auch. Nur ist es in dieser Oper Schwanensee üblich, dass die beiden Figuren von ein und derselben Ballerina getanzt wird, nach dem Motto: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. 'Starkulte' gab es schon immer.
Andererseits ist es tiefenseelisch-psychologisch interessant, wenn -wie hier- ein und dieselbe Person beide Rollen übernimmt. Weil es aus Sicht der Frau - einer 'Prinzessin' - meist nicht klar ist, welcher Anteil ihrer Person sie dem Prinzen überlässt: Das kalte berechnende oder das liebende zerbrechliche Wesen. Meist ist es beides ... oder anders ausgedrückt: Frauen sind Menschen.
Man muss aber auch dazu sagen, dass der Schwanensee auch oft mit zwei Personen (Ballerinen) getanzt wird. Denn auch das hat seine Bedeutung und Reiz.
Die Filmkritiken, die ich über diesen Film gelesen habe, sind unglaublich vielseitig in ihrer Interpretation. Dass allein zeigt schon, dass der Film ins Innere sticht. Manche Kritiker konzentrieren sich auf das Mutter Tochterverhältnis; manche auf den Leistungswahn, manche auf die Verführungskünste des Balletregisseurs, oder auf eine biedere Wertvorstellung, die Überwindung von Prüdheit. Ich sage, es ist die Erfahrung der Märchen, die von Tschaikowski in Kunst gegossen wurde. Gut und schlecht gleichzeitig zu sein ... geht normaler Weise nicht. Es sei denn ... jemand ist ein Stern. Der Starkult, unmenschliches zu verlangen, ist nicht einfach nur eine Medienerscheinung, sondern unser innerstes Verlangen, jemanden eine Aufgabe zu stellen, die falls er sie erreichen sollte, so hoch ist, dass wir den Künstler bereit sind auf Händen zu tragen. Natalie Portman hat diesen weißen Schwan in sich.
Natalie gibt uns Eingebung. Weibliche Göttlichkeit. Eingebung ist ein Geschenk der Götter. Sie hat dieses Geschenk bekommen.
Unsere Seite balbi.de heißt übrigens seit vielen Jahren, 'die Seite mit dem blauen Schwan'. Das hatte und hat seinen Grund. Egal.
5 Sterne für diesen wunderbaren Film!
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Die schönste Nacht in Hollywood ist die Preisverleihung der Academy Awards. Vier Artikel: Mit dem Bild links geht es zum Hauptartikel. Die unteren Bilder führen zu den Übersetzungen der Dankesreden. Jede Dankesrede ist unglaublich emotional. Und wir erleben die Schauspieler und Stars plötzlich menschlich. Die Dankesreden sind das schönste am Oscar!