Die Idee des Films stammt aus einer Kurzgeschichte von Francis Scott Fitzgerald und ist kurz zusammengefasst: Bei seiner Geburt am letzten Tag des Ersten Weltkrieges ist Benjamin ein Baby mit einem 90 Jahre alten Körper, und von da an wird sein Körper täglich jünger, bis er schließlich als neugeborenes Baby stirbt. Das klingt erstmal komisch, ist aber so.
Das Leben funktioniert nicht so. Wir werden nun mal jung geboren und sterben alt. Ich weiß, die Besten sterben jung, aber der Zug ist für mich und Benjamin abgefahren, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Wie wäre es, wenn es uns allen so ginge. Unsere Altersheime wären voller Säuglinge, liebevoll betreut von Großmüttern aus Polen.
Es ist ein Film über das Altern und über die Jugend, ein Film über Einsamkeit und Liebe.

Benjamin wächst als Baby mit faltiger Haut, Arthritis und grauem Star passenderweise in einem Altersheim auf, liebevoll gepflegt von seiner farbigen Pflegemutter Queenie. Im Rollstuhl und auf Krücken verbringt er seine frühe Kindheit mit Kameraden, die einer nach dem anderen sterben, mit einer Ausnahme: der kleinen Daisy, die manchmal ihre Großmutter besucht. Es ist Liebe auf den ersten Blick, aber es dauert noch einige Jahre, bis die Beiden zusammenfinden.
Als auf Benjamins Glatzkopf graue Haare sprießen und er sich so jung, wie ein Sechzigjähriger fühlt, folgt er dem Ruf der See und heuert auf einem Schlepper an, mit dem er die halbe Welt bereist, unter

anderem auch das idyllische Murmansk am arktischen Ozean. Hier begegnet er der schönen Britin Elizabeth Abbott, mit der er eine kurze, liebevolle Affäre hat. Nach einigen Jahren auf See kehrt er zurück und begegnet Daisy wieder, die inzwischen zu einer wunderschönen Frau herangewachsen ist, die als Tänzerin Karriere macht. In den folgenden Jahren sind sie ein Liebespaar mit Höhen, Tiefen und einer Tochter, die Benjamin zu dem Entschluss führt fort zu gehen, weil er nicht eines Tages Daisy´s zweites Kind und der kleine Bruder seiner Tochter sein will. Tatsächlich ist er bei seiner Rückkehr 15 Jahre später fast im selben Alter wie seine Tochter und Daisy schon in den Fünfzigern, was ihrer Schönheit aber keinen Abbruch tut, und dank der fantastischen Make-up Künste von Greg Cannom ist Brad Pitt noch schöner, als er selbst es mit 20 war, und so entsteht der nächste Abschnitt ihrer Liebe, die viele Jahre später wieder im Altersheim endet.
Wie Forrest Gump nimmt uns auch Benjamin Button mit auf eine Reise durch ein paar Jahrzehnte der amerikanischen Geschichte, allerdings ohne Treffen mit den Präsidenten, und für Benjamin ist das Leben auch keine Schachtel voller Pralinen, sondern eine lange Reise als Geisterfahrer entgegen der Richtung aller Anderen.

Eine interessante Idee, aus der Drehbuchautor Eric Roth und Regisseur David Fincher tatsächlich einen hervorragenden Film gemacht haben, in dessen zweieinhalb Stunden ich mich keine Sekunde gelangweilt habe.
Brad Pitt spielt den verliebten jungen Greis perfekt, Kate Blanchett ist nichts weniger als brillant. Herrliches Hollywood-Erzählkino mit einer Fülle von Witz und Effekten, geschaffen für Paare die davon träumen zusammen alt zu werden.Natürlich absolutes Pflichtprogramm für alle Brad Pitt Fans. Ich bin allerdings ab heute Fan von Cate Blanchett.