Freitag, Mai 18, 2012
Shopportal-Vergleich
Beitragsseiten:
1. Vorwort u.
Strategien der Shopportale

2. Gebühren im Zusammenhang von Warenwert Angebotsmenge und Verkaufsvorfälle (Tabellen)
3. Allgemeines über Shopportal Gebühren u.
Werbekostenberechnung

 Autor: mwenzlaff copyright balbi.de 2011 - Überarbeitung 20. Febr


Sara Nuru Starterpack Bitte nach rechts sehen: Es sind 3 Beitragsseiten.
Jedes Jahr zur Fashion-Week in Berlin und auch sonst stellt sich für viele hundert Designer die Frage, wie bekommt man eine Absatzmöglichkeit. Und wie hoch sind die Gebühren auf den Shopportalen?
Auf mehr als 40 % Gebühren kann man bei den Shopportalen für handgemachte Designerware kommen. Der Artikel beschreibt, die Strategie der Shopportale und wie sich die Gebühren zusammensetzen.


Vorwort
Warum kann ein Kleinunternehmer, der über zwei Jahre auf einem Shopportal ca. 1200 Verkaufsvorfälle (zu je ca. 20€) hatte, mir nicht sagen, wie hoch seine Gebühren pro Verkaufsvorfall sind. „Das kann man so nicht sagen ...", war seine Antwort. Es ist natürlich eine Ausrede. Die meisten rechnen nicht nach, es weh tut. Sie warten auf den Durchbruch, wo das Nachrechnen anfängt, sich zu lohnen.
Das Hauptziel meines Kleinunternehmers war, so billig wie die Konkurrenten zu sein. Das Ergebnis: Trotz Umsatz bleibt kein Gewinn. Um das zu abzuändern, versucht er den Umsatz noch mehr steigern. Er versucht, auf allen gängigen Shopportalen seine Artikel gleichzeitig anzubieten.
Ein Dilemma, das nicht gutgehen kann. Es wäre, als würde er mit 5 schlecht laufenden Modeläden versuchen, mehr Laufkundschaft zu bekommen, ohne an die Mieten zu denken.
Ungeschickt ist auch, für verschiedene Portale die gleiche Strategie zu fahren. Jedes Portal belohnt andere Strategien. Wer bei allen Portalen die gleiche Strategie fährt, kann nur bei einem Portal richtig liegen und zahlt bei den anderen unrentable Gebühren.
Verkäufer müssen auch in der Kreativwirtschaft berechnen, was sie tatsächlich an Gebühren bezahlen. Sonst verstehen sie das Shopportal ihres Vertrauens nicht und werden sogar dort enttäuscht werden und scheitern. Die Gebühren schwanken stark, wenn die Artikelzahl, die Preise, die Verkaufsvorfälle und die Zeit sich ändern.

Die Strategien der Shopportale

Wichtig: Werbekosten sind hier nicht einberechnet!

Dawanda

Ladenhüter sind bei Dawanda nicht gern gesehen. Dawanda belohnt Verkäufer, wenn in einem Jahr der Warenbestand komplett verkauft wird. Die Preishöhen spielen keine Rolle. Die Ware muss ‚frisch' sein.
Man sollte nur soviel oder weniger Artikel in den Shop stellen, wie man Verkaufsvorfälle im Jahr hat. Normal (meine Berechnung) sind 10% Gebühren. Möglich sind 7 % bis satte 37% oder mehr.

Etsy

Typisch amerikanisches Konzept: Verkaufe so teuer wie möglich, mach' uns keine Probleme, dann machen wir dir keine Gebühren. Schick ist, was teuer ist.
Etsy liegt, wenn man ab und zu etwas verkauft bei ca. 4-8% Shopgebühr. Wer bewusst alles falsch macht, zu billige Produkte anbietet und nie etwas verkauft schafft es aber trotzdem auf 67%.
Der Nachteil an Etsy ist: Es gibt zu viele professionelle Konkurrenten. Vorteil: Der amerikanische Sprachraum und Markt ist im Vergleich zum deutschen riesig. Erfolge die sich bei uns nicht rechnen, könnten dort Gewinn erzeugen. Um überhaupt gesehen zu werden, muss ein sehr hoher Werbeetat einberechnet werden. Und es ist nicht klar, wie viel handmade-Produkte aus China stammen und der hohe Gewinn direkt in Werbung umgesetzt wird. Ob das für europäische Designer mit hohem Lohnniveau lohnenswert sein kann?


Artfire.com

Artfire belohnt, wer viel verkauft. Die Preishöhe spielt eine untergeordnete Rolle. Es gibt einen festen Jahresbetrag. Auf nur 1 Prozent Gebühr landet man, wenn man 200 Verkaufsvorfälle im Jahr pro Produkt hat. Um so etwas durchschnittlich zu erreichen, müssen die Produkte wirklich gut sein. Die Herstellung muss bereits halbindustriell sein. Dazu kommt, ... Artfire benachteiligt denjenigen, der wenig verkauft –und das richtig. Der schlechteste Fall ergibt 125% Gebühr, wenn man etwas für nur 7€ anbietet und nur schlappe 10 Stück verkauft. Artfire ist also interessant für Leute, die bereits Erfolg im Verkauf haben und fast industriell ihre Produkte herstellen.

TrendyIndie

Das ist die Konkurrenz von Artfire oder umgekehrt. Auch hier werden die guten Umsätze belohnt und die Schlechten benachteiligt. Nur 1% im Erfolgsfalle, wenn viel verkauft wird und bis zu 63 % für den schlechtesten Fall, wenn zu billig und zu wenig verkauft wird.
Pausen-Bild
Das war es auch schon mit den Shopportalen der Kreativwirtschaft.
Was ist mit Ebay? Für jemanden aus der Kreativwirtschaft ist verschenken billiger. Das eigene Produkt verschwindet als Stecknadel im Heuhaufen. Eine Jeans ist für einen Euro nicht herstellbar. Ebay sollte solche Produkte verbieten oder einen Sozialversicherungszuschlag nehmen für Sachen, die unter menschenwürdigen Bedingungen nicht herstellbar sind. Da kämen Milliarden zusammen, die man gut verwenden kann.
Es gibt noch einige Umsonst-Shopportale: vondir.de, livemaster.de, shopwindoz.com.
Freiwillig hält sich dort niemand gerne auf. Die Grundidee dieser Portale ist vielleicht, dass die Leute hilfesuchend auf Werbeflächen klicken, um schnellstmöglich fortzukommen.




Kommtentare bitte auf 3. Artikelseite.

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