Ein Traum ist ein Traum ist ein Traum!
Kate Winslet:
„Okay, die Sache mit dem ohnmächtig werden, Penelope ...
Ich würde lügen, wenn ich sagte, ich hätte keine Rede vorbereitet.
Ich denke, da war ich wahrscheinlich acht Jahre alt und starrte in den Badezimmerspiegel. Und die hier (Oscarstatue) war damals eine Shampooflasche. ... Nun, jetzt ist es keine Shampooflasche mehr!
Ich denke ich habe viel Glück gehabt, dass ich es von da bis hier geschafft habe. Und ich möchte einigen Menschen danken, die auf diesem Weg an mich geglaubt haben, meine Freunde und meine
Familie, besonders Mum und Dad, die irgendwo in diesem Raum sind. Dad, pfeif doch mal, dann weiß ich, wo ihr seid! (Er pfeift)
Yeah! (Sie winkt) ich liebe Euch!
Ich möchte mich außerdem bedanken bei Hylda Queally, Dallas Smith und dem kürzlich verstorbenen, sehr geliebten und sehr vermissten Robert Garlock. Und bei Peter Jackson und Emma Thompson und ganz persönlich Sam und Stephen Daldry.
Ich bin sehr glücklich, dass ich die Hanna Schmitz bekam von Bernhard Schlink und David Hare und Stephen, und mit Euch zu arbeiten ist eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde. Es gab keinen Unterschied zwischen dem Ensemble und der Mannschaft bei diesem Film, und das machte es so besonders. So war ich umgeben von einer ununterbrochenen Kette der Unterstützung, von David Kross zu Ralph Fiennes, Bruno Ganz, Lena Olin, vom Haar und Make-up bis zu den Kameras, vom Art Department (Kostüm und Szenenbild) bis zu den Regieassistenten. Und von New York bis Berlin.
Und ich bin so glücklich, einen wundervollen Mann und zwei wunderschöne Kinder zu haben, die mich tun lassen, was ich liebe und die mich lieben, einfach so wie ich bin.
Anthony und Sidney, das ist für Euch. Das ist für Euch beide.
Und ich möchte meinen Mitnominierten meine Anerkennung ausdrücken, diesen Göttinnen. Ich denke wir können´s alle nicht fassen überh
aupt in derselben
Kategorie wie Meryl Streep zu sein! Tut mir leid, Meryl, aber damit musst Du jetzt fertig werden!
Und, noch zur Academy, ich danke Euch so sehr, mein Gott! Danke!
Frage: Beunruhigt es Sie oder was denken Sie über Ihre wundervoll gespielte Rolle in dem Film, wenn die Menschen diesen Charakter lieben, könnte das auch Sympathie für einen Nazi bedeuten?
Kate Winslet: Wissen Sie, das beschäftigt mich nicht. Ich kann nicht verantwortlich sein für die Gefühlsreaktion, die die Zuschauer auf irgendeinen Film zeigen.
Ich denke nicht, dass das irgendein Schauspieler wirklich kann, und ich denke, als ich mich in die Rolle versetzte, war mir sehr bewusst, dass wenn die Zuschauer irgendeine Form von Zuneigung zu Hannah entwickeln würden und sie dadurch in einen moralischen Zwiespalt kämen, dann wäre das eine interessante Gefühlslage, mit der sie sich dann zu beschäftigen hätten. Es war mit Sicherheit nicht meine Absicht die Menschen Sympathie mit einer KZ-Wächterin entwickeln zu lassen.
Frage: Was ist Ihre Reaktion auf die Leute, und davon gab es etliche in England, die sich darüber aufgeregt haben, dass Sie geweint haben während einiger Ihrer Reden bei Preisverleihungen. Und heute Abend haben Sie auch viel Gefühl gezeigt. Denken Sie, sie werden deswegen wieder über Sie herfallen?
Kate Winslet: Das ist mir echt egal. Das ist mir echt egal. Und ehrlich gesagt macht mich das sehr traurig, dass mein eigenes Land sich nicht über die Erfolge seiner eigenen Leute freuen kann, so wie Amerika das augenscheinlich kann. Also, das ist mir echt egal.
Frage: Danke für die Erwähnung von Robert Garlock. Ich möchte Dich fragen, Du hast neulich gesagt, Du möchtest Abstand nehmen von den Nacktszenen, deinen mutigen Nacktszenen.
Welchem Schauspieler möchtest Du den Staffelstab der Nacktheit am liebsten übergeben? Brad Pitt? Leonardo? Wer wäre Dir am liebsten?
Kate Winslet: Ach du meine Güte!
Frage: Und Du musst jemand aussuchen!
Kate Winslet: Muss ich wirklich?
Frage: Ja!
Kate Winslet:
Das ist jetzt wirklich der Fall, wo ich gerne auf meinen Pressesprecher zurückgreifen würde. Muss ich wirklich auf diese Frage antworten!
Tatsächlich will ich eine Frau aussuchen und so richtig kontrovers sein.
O.K. Wer?
Kate Winslet: Ich versuche, wirklich auf jemanden zu kommen.
Frage: Angelina?
Kate Winslet: Wart´s ab!
Susan Sarandon!
Frage: Du erzähltest von Deinen Träumen damals mit acht Jahren, hast Du Dir jemals Sorgen gemacht oder Albträume gehabt, dass Duvielleicht nie hier stehen würdest?
Kate Winslet: Ja. Ein Traum ist ein Traum, es ist ein Traum. Und wenn der Traum langsam zur Realität wird, verliert der Albtraum seine Wirkung, und ich denke ich wusste immer, dass es ein Traum war. Es war eine Fantasie, die wahrscheinlich nie wirklich werden würde. Und so ... irgendwie dämmert es mir gerade, dass ich eben einen Oscar gewonnen habe! Es fängt irgendwie gerade an, mir bewusst zu werden... Oh mein Gott... Puh.
Frage:Beim Lunch für die Nominierten haben Sie gesagt, Sie haben das Gesicht geübt für den Fall, dass Sie nicht gewinnen.. Haben Sie heute Abend auch geübt?
Kate Winslet: Sie haben keine Ahnung, wie gut ich das Gesicht geübt habe. Es war ein gutes Gesicht. Ich übte ganz erheblich, tatsächlich. Oh, yeah. Man wird gut darin, wenn man dieses Gesicht übt.
Frage: Du warst einmal ein kleines Mädchen aus Reading. Also verrätst Du mir, wie sich dieses kleine Mädchen aus Reading heute Abend fühlt?
Kate Winslet: Wie ein kleines Mädchen aus Reading. Wie ein kleines Mädchen aus Reading. Hast Du meine Mum und meinen Dad gesehen? Nun, kurz vor Weihnachten hat meine Mum den Wettbewerb für die schönste Zwiebel im örtlichen Pub gewonnen, und das war echt ein Riesending. Und die Reading Evening Post hat mir ein Foto von ihr geschickt, wie sie ihren Topf hochhält. Nun, Reading Evening Post, hier ist euer nächstes Winslet Foto. Es ist, es ist unglaublich. Man denkt nicht, dass diese Träume, die so töricht und unmöglich zu sein scheinen, jemals Wirklichkeit werden können. Und nachdem ich hier war und verloren habe, und jetzt gewonnen, da muss ich sagen, gewinnen ist echt viel besser als verlieren. Wirklich sehr viel besser.
Frage: Wer ist der Designer des Kleids und warum haben Sie diesen Schnitt und diese Farbe gewählt?
Kate Winslet: Das ist Yves Saint Laurent. Sorry. Diese Modefragen bringen mich wirklich immer zum Lachen. Das ist Yves Saint Laurent, es ist stahlblaugrau, und mir gefiel´s einfach. Ich fand es richtig elegant. Ich dachte meine Mum würde es sehr schön finden. Und deshalb wollte ich es tragen.
Frage: Wie war es, in Deutschland zu arbeiten mit den deutschen Co-Stars und der Crew in Berlin, die Sie in Ihrer Rede erwähnten?
Kate Winslet: Es war absolut fantastisch. Ich würde so gerne wieder zurück nach Deutschland und dort arbeiten. Ich habe noch nie in meinem Leben mit einer so zuverlässigen Gruppe von Schauspielern und Crew-Mitgliedern gearbeitet. Sie waren alle so engagiert. In gewisser Weise war es fast erschreckend. Wissen Sie, diese Menschen, ich meine, ich kann schon lange arbeiten, aber diese Leute, sie verzichteten auf Ihren Schlaf, nur um weiter arbeiten zu können. Und das muss man wirklich betonen, und die Atmosphäre, die diese Art von Arbeitsmoral wirklich erzeugt, ist sehr, sehr positiv. Und ich glaube wirklich wohltuend. Wenn Sie einen Film machen, da geht es um das Zusammenhalten als Team. Und alle arbeiten zusammen auf dasselbe Ziel hin und niemand ist wichtiger als der Andere. Und dieser Film war wirklich eine Ausnahme. Wir alle trugen unseren Teil dazu bei, diesen Film fertig zu bringen. Und ich würde echt gerne wieder nach Deutschland gehen und dort arbeiten.
Fotos: Copyright A.M.P.A.S / Rede in Auszügen
Übersetzung ins Deutsche: Michael. G

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