Donnerstag, Juli 29, 2010
FilmaktuellOscars 2010 winnerInterview Oscar Avatar

Interview Film: Avatar - Aufbruch nach Pandora

Rick Carter, Robert Stromberg, Kim Sinclair

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Frage: Könnt ihr euch kurz nochmal vorstellen, damit wir es schnell bemerken?
Antwort: Ich bin Rick Carter, Robert Stromberg und Kim Sinclair.

Frage: Danke sehr. Jim (gemeint ist der Regisseur James Cameron) ist ein notorisch strenger Zuchtmeister (orig: Taskmaster) und er treibt die Leute wirklich hart an, wie fühlte es sich während des Filmprojekts an und wie fühlt es sich jetzt an, wo ihr den Oscar in der Hand haltet?

Antwort Rick Carter: Was ich sagen würde, ist, dass alles, was Jim in den letzten zehn Jahre seit der Titanic gemacht hat, waren grundsätzlich immer Expeditionen. Und das war es auch, was wir machten. Man kann auf keine Expedition gehen, ohne auf einer gewissen Ebene die großen Anforderungen zu haben, die man auch zum Überleben braucht. Das ist da so, wo Jim am Boden vom Ozean gewesen ist, aber auch da, wenn es um seine Vorstellungen geht. Und wenn er uns in seine Vision hineinwirft, ist das Ergebnis für uns genauso eine Expedition.

Und dies ist wirklich etwas, was sein Vorstellungsvermögen ausmacht, die Tiefe von dem, was er sieht, und dann durch uns und die ganze Mannschaft von Leuten fähig wird, das alles umzusetzen. Und jetzt gerade, wo das Ergebnis draußen in der Welt ist und wie die Reaktionen zurückkommen, würde ich sagen, dass dies nicht auf einer Ebene eines strengen Zuchtmeisters geschieht. Es ist eher einer Vision, der man nachfolgt. Wir sind ihm nach Alamo (Ort im Film Pandora) gefolgt.

Frage: Üblicherweise sehen wir nicht zwei Produktionsdesigner in einem Film. Man nimmt immer nur eine Umsetzung an. Könntet ihr darüber reden, wie ihr zwei zusammen gearbeitet habt, in der Realität und in der Pandorawelt?

Antwort: ROBERT-STROMBERG: Ich würde sagen, dass es nur zu zweit geht, weil sonst die Spannung (orig: poison/Gift) nicht funktioniert. Nein wir kamen wirklich zusammen zurecht. Und ich glaube tatsächlich der Film nimmt sich auf merkwürdige Weise selber zwei Produktionsdesigner.

Es gibt in dem Film diese organische Art der Erde, auf die das fremde Manmade-Licht bricht. Bei zwei Produktionsdesignern übernimmt jeder einen Teil, ich den organischen und Rick den anderen.

Wir arbeiteten in allem zusammen, aber jener Zusammenstoß war genau, was auch im Film geschieht. Und so, in diesem besonderen Fall, hat es dem Film geholfen, einen Produktions- und einen Coproduktionsdesigner zu haben.

Antwort: Rick Carter: Wenn ich gerade hinzufügen darf, würde ich sagen, dass dies vollkommen den Film widerspiegelt, weil man insgesamt betrachtet es so versteht, dass es ein hybrider Film ist. Da sind lebendige Handlungen und es gibt auch digitale. Das ist auch, was der Avatar-Zustand ausmacht. Alle drei von uns, ob man es glaubt oder nicht, haben wir Jim verstanden, was er sich vorgestellt hatte. Und von diesem Punkt aus konnten wir alles besprechen und zusammenarbeiten.

Und ich will sagen, dass dieser Film insgesamt einheitlich ist, weil es wirklich keine Nähte gibt.

Frage: Du (ROBERT-STROMBERG) sprachst sehr bewegt auf der Bühne darüber, vor 13 Jahren fast gestorben zu sein. Kannst du das ausführen und erklären, was geschah und woran du gelitten hast und wie du wieder gesund wurdest?

Antwort: ROBERT-STROMBERG: Ja, es ist eine schwierige Sache für mich. Tatsächlich, ich hatte darüber geredet, obwohl ich darüber nicht einmal mit diesen Jungs hier geredet habe. Aber es ist eine persönliche Erfahrung und ja, es war es ein Fall, der soweit war, mich zu töten. Es war echt übel. Und da heraus sagte ich mir, dass ich, gleich welche Zeit ich hier haben und verbringen würde, etwas machen oder versuchen will, etwas Tiefes, Lohnendes - etwas in der Art. So von diesem Punkt ab bis zu heute Nacht ist es eine Reise geworden, die ich nicht erklären und niemanden verständlich machen kann.
Ich bin der glücklichste Junge auf dem Planeten. Dieser Oscarpreis lässt mich tatsächlich begreifen, dass ich lebendig bin, und das ist etwas sehr Besonderes. Danke.

Frage: Schwer jetzt nach dieser Antwort einfach weiterzumachen ... Aber lasst uns professionell unterhalten, was euch der Film persönlich für das Handwerk des Produktionsdesigns bedeutet.

Antwort: Rick Carter: Ich werde beginnen, wo ich am längsten war. Als ich in das Produktionsdesign kam, war es mit Hal Ashby Movies in den 70er mit Cinemobile. Ich fühlte, auf einer Reise zu sein, und ich denke ein Grund, warum das Kino so lief, wie es lief, war die Zusammenarbeit und das gewisse Etwas, was ich immer Wert geschätzt habe.
So also, wenn ich in die Zukunft schaute, suchte ich immer nach dieser Zusammenarbeit mit überragenden Künstlern, die ein Vorstellungsvermögen haben und die gleichzeitig verstehen wollen, was sie noch nicht wissen. Keiner von uns wusste, was uns erwartet. Und das ist es, was ich denke, was Jim über uns verstand, wir waren alle willig in das Unbekannte hineinzuspringen. Und Kim, du solltest sagen, was es für dich bedeutete, weil du kommst extra aus Neuseeland und musstest dich über ein Jahr hierher bewegen. Das wird sonst nicht angesprochen.

Antwort: KIM-SINCLAIR: Mann ..., mein Kopf ist leer (my mind ist going blank). Gut, ich bin hier irgendwie der Haudegentyp (orig: nuts and bolts guy / Nüsse und Bolzen) in diesem Unternehmen: Aber es war wirklich ... Zuallererst werde ich sagen, dass es großartig war, mit Jim zu arbeiten. Persönlich muss ich anmerken, mir ist niemals so oft gedankt worden, wie von Jim, er kam oft und sagte, großartige Szene, danke. Das war für mich wirklich großartig und in meiner Erfahrung einzigartig. Das war sehr zufriedenstellend für mich und eine tolle Arbeitsbeziehung zum ‚Direktor‘.

Wir waren uns wirklich bewusst darüber, dass wir eine Welt bauten. Und ich war niemals an einem Film beteiligt, wo man im Prozess über Millimeter eines Nagelkopfes - oder eineinhalb - diskutierte, während irgendwo in der Welt jemand wahrscheinlich über den Durchmesser von Planeten streiten würde. Es kam alles von dem gewaltigsten bis zum kleinsten Ding aus Jims Kopf. So entstand ein erstaunlicher Auftrag (orig: mission), in der wir glaubten, wir würden in die Leinwand steigen.

Frage: Robert, ihr gewannt gerade einen Oscar für die Kunst-Richtung (Art Direction), aber eure frühere Nominierung ist - wenn ich mich nicht irre - für visuelle Effekte (visual effects) gewesen, und ich frage mich - wenn ihr euch gerade dazu äußern könnt- wie sich diese beiden Bereiche verändert und ineinander vermischen haben?

Antwort: Produktions-Design - es ist eigentlich eine interessante Zeit, wo visuelle Wirkungen (orig: effects) eine wesentliche Form von Design sind und das ist noch immer in der Entwicklung. Wir entwickeln neue Werkzeuge (tools) die der nächsten Generation der Filmemacher erlauben alles zu tun, was sie wollen. Ich denke es ist wichtig für jeden Produktionsdesigner die Seite der visuellen Effekte zu verstehen und andererseits die, der traditionellen Elemente. Ich denke, es ist ein anderes Werkzeug im Werkzeugkasten (orig: toolbox) und dieses Werkzeug kann eine Welt für neue kreative Ideen öffnen.

Thank you and congratulations, gentlemen.

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m.wenzlaff


Link zur Filmkritik: Aufbuch nach Pandora

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