Im Februar ist es wieder soweit: Vom 11. bis zum 21.2.2010 findet das größte Publikumsfilmfestival der Welt statt, die Berlinale.
Zu circa 400 Filmen aus aller Welt werden wieder über 270 000 Besucher erwartet, dazu noch mindestens 4000 Journalisten.
Wie immer ist die Berlinale in verschiedene Bereiche gegliedert, seit 2007 sind es diese glorreichen Sieben:
Im Berlinale Wettbewerb werden Filme gezeigt, die für das große Publikum in aller Welt gemacht sind. Hier hoffen die Filmemacher auf die werbewirksamen goldenen und silbernen Bären, die von einer Jury aus Filmschaffenden verliehen werden. Jurypräsident in diesem Jahr ist der Regisseur Werner Herzog.
Das Berlinale Panorama ist der Platz für Independent- oder auch Arthouse-Produktionen, das heißt, hier ist das Spielfeld der unabhängigen Filmemacher, die kritische, künstlerisch wertvolle Filme machen (möchten).
Das Forum ist die kühne „Risikoabteilung" der Berlinale, hier werden experimentelle Filme und Streifen aus fernen Ländern gezeigt, die meist nicht für ihre Filmkunst bekannt sind.
In der Generation tummeln sich die Filme für jungen und jüngsten Kinogänger, unterteilt in die Sektionen Generation Kplus für die Kids und Generation 14plus für das jugendliche Publikum. Hier verleiht eine Kinder- und Jugendjury jeweils 2 gläserne Bären.
Perspektive Deutsches Kino ist der schwungvolle Titel für die Präsentation des einheimischen Filmschaffens, hier haben die neuesten deutschen Filme eine internationale Bühne.
Die Berlinale Shorts ist, wie der Name schon erahnen lässt, die Abteilung für den Kurzfilm. Auch hier vergibt eine internationale Jury einen goldenen und einen silbernen Bären. Die diesjährige internationale Kurzfilmjury besteht aus der brasilianischen Festivalleiterin und Produzentin Zita Carvalhosa, dem Autor und Spex-Chefredakteur Max Dax sowie dem polnischen Regisseur Xavery Zulawski.
Die Retrospektive schließlich widmet sich der Geschichte des Films, und zwar sowohl bedeutenden Regisseuren als auch Themen und Entwicklungen von filmhistorischer Bedeutung. Hier werden nicht selten frisch restaurierte Werke nach Jahrzehnten wieder auf die Leinwand gebracht.
Die diesjährige Retrospektive zusammengestellt hat der renommierte britische Filmkritiker David Thomson: „Ein Festival wie die Berlinale zeigt, wie umstrittene Filme von gestern zu den Klassikern von heute wurden. Daneben stelle ich Filme, die auch heute noch überraschen und provozieren, und freue mich auf angeregte Diskussionen in Berlin”, kommentiert der in den USA lebende Kurator seine Auswahl. Raritäten aus den Pionierjahren des Festivals wie Il Cristo proibito von Curzio Malaparte (Der verbotene Christus, Italien 1950/51), Fröken Julie von Alf Sjöberg (Fräulein Julie, Schweden 1950/51) und Ikiru von Akira Kurosawa (Einmal wirklich leben, Japan 1952) treffen auf Filme aus der jüngsten Dekade wie Niels Arden Oplevs Drømmen (Der Traum, Dänemark/Großbritannien 2005/06), eine ergreifende Vater-Sohn-Geschichte nicht nur für die junge Generation und Paul Thomas Andersons Magnolia (USA 1999), der 2000 mit einem Goldenen Berliner Bären ausgezeichnet wurde.
Zum Bereich der Retrospektive gehört auch die Hommage, mit der seit 1977 große Regisseure oder Schauspieler gewürdigt werden, indem ihr Lebenswerk umfassend präsentiert wird. Dieser „Goldene Ehrenbär“ wird in diesem Jahr am 18. Februar verliehen an die Schauspielerin Hanna Schygulla und am 17. 2. an den Autoren Wolfgang Kohlhaase.
Die sechzigste Berlinale wird wieder einmal nicht nur das Größte, sondern auch eins der bedeutendsten Filmfestivals der Welt sein!
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