Freitag, September 03, 2010
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James Bond 007 Ein Quantum Trost

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Genre: Actionthriller, USA 2008
Kinostart: 06.11.2008
07: Daniel Craig

Endlich, James Bond ist zurück und lässt uns voller Vorfreude ins Kino drängen. Daniel Craig ist angetreten, um zu beweisen, dass er nicht nur ein One-Hit-Wonder ist, und das ist ihm erstklassig gelungen. Er verkörpert jetzt perfekt den James Bond des 21. Jahrhunderts, es geht nicht mehr um Stil und Witz, sondern um Geschwindigkeit und Härte.

Dieser 007 hat nur noch ein Ziel vor Augen: die Vernichtung des Gegners, möglichst schnell und effizient. Wenn ihm dabei seine Chefin M (immer noch Judy Dench), in die Quere kommt und ihn suspendiert, so ist dies nur ein kleiner Schönheitsfehler, dem keine weitere Beachtung geschenkt wird.
Davon unbeeindruckt will James Bond den Tod seiner geliebten Vesper Lynd rächen und gerät dabei an die Geheimorganisation Quantum, deren Customer Relations Manager mit einem bolivianischen General über einen Staatsstreich und die Wasservorräte des Landes verhandelt. Auf dem Weg über Italien, Österreich, England, Haiti nach Bolivien tötet James Bond diverse Schurken, um zum Schluss seinen Gegenspieler mit einer Dose Motoröl zum Verdursten in der Wüste zurückzulassen, alles natürlich mit Action ohne Ende verbunden. Diese Action ist wie immer perfekt inszeniert, mit atemberaubenden Kamerafahrten und mit größtmöglichem Materialverschleiß, schließlich musste es ja wieder der teuerste Bond aller Zeiten werden (230 Mio. Dollar).
Das führt uns zur ersten großen Schwäche von „Ein Quantum Trost": Action ohne Spannung ist so packend wie Michael Schumacher ohne seinen Ferrari, und Regisseur Marc Forster gelingt es nicht, Spannung aufzubauen. Noch bevor man sich die Frage stellen kann, wie James wohl diesmal aus der Klemme kommt, liegen seine Gegner bereits leblos am Boden, und durch die irrwitzig schnelle Schnittfolge hat man nicht einmal mitbekommen, wie er das gemacht hat.
Die zweite entscheidende Schwäche des Films ist der Gegenspieler von 007: Wie wir nicht erst seit „The Dark Knight" und dem genialen Joker wissen, muss der böse Gegenspieler des Helden echte Größe besitzen, damit ein großer Film entsteht.



Dafür steht gerade bei James Bond die illusterste Schurkenliste der Filmgeschichte, von Dr. No über Auric Goldfinger, Emilio Largo bis Scaramanga oder Karl Stromberg.
Der Oberschurke (Mathieu Amalric) in „Ein Quantum Trost" hat die Ausstrahlung eines Aldi-Buchhalters, bei dem ich eine Stunde brauchte, um zu realisieren, dass dies tatsächlich der Gegenspieler von James Bond sein soll. James Bond tritt an gegen ein fieses Würstchen, dem man nicht die Herrschaft der Welt sondern höchstens die Bilanzfälschung der Eisbuden von Disneyland zutraut.
So agiert Daniel Craig zwar mit einer bewundernswerten physischen Präsenz, cool, hart und explosiv wie noch kein Bond vor ihm, aber ohne großen Gegner, ohne Spannungsbogen, und so hat Marc Forster einen schnellen Actionfilm gedreht, auf dem zwar James Bond draufsteht, in dem aber wenig von Bond drin ist.
Um diesen Filmabend zu verkraften, braucht der wahre 007 Fan ein großes Quantum Trost.
(m.Gerlach)

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